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Dec 16, 2019 Last Updated 6:20 AM, Dec 16, 2019

Forschungswelten 2019

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Lernwelten 2018

Lernwelten 2018 18. internationaler wissenschaftlicher Kongress für Pflege- und ...

inform drkDeutsches Rotes Kreuz e.V. (Hrsg.)
Hilfe in der Not
Das deutsche Krankenhaus in Busan
(inform. Das Magazin des DRK) Konzeption und Redaktion: Petra Liebner. Autoren: Hans-Christian Bresgott, Hellmut Giebel, Anja Martin, Na Dong-Wook, Stefan
Schomann. [Selbstverlag]. Berlin 2018, 32 Seiten,
broschiert, ohne ISBN

Er dauerte fünf Jahre und endete im Jahr 1959: Der erste humanitäre Auslandseinsatz des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) nach dem Zweiten Weltkrieg (1939-1945). Im Auftrag der Bundesregierung – die Entscheidung darüber gab Bundeskanzler Konrad Adenauer (1876-1967) bereits im April 1953 in Washington bei seinem ersten Besuch in den Vereinigten Staaten bekannt – stellte das DRK nach mehrmonatigen Vorbereitungen in der Hafenstadt Busan vom 17. Mai 1954 bis zum 31. März 1959 die medizinische und pflegerische Versorgung der notleidenden Bevölkerung nach Ende des verheerenden Koreakrieges (1950-1953) sicher. Während dieser Zeit wurden dort mehr als 21.500
Patienten stationär und rund eine Viertelmillion Patienten ambulant behandelt. Unter schwierigsten Bedingungen retteten dabei deutsche Ärzte und Rotkreuzschwestern Leben, brachten Kinder auf die Welt, pflegten Kranke und Verwundete und bildeten koreanische Schwestern und Fachärzte aus.

Mit der vorliegenden Sonderpublikation, die in der Reihe „inform“ erscheint, erinnert das DRK an das DRK-Krankenhaus in der vom Koreakrieg verwüsteten süd-koreanischen Hafenstadt Busan und würdigt zugleich aus verschiedenen Blickwinkeln einen seiner langwierigsten und schwierigsten Auslandseinsätze.

Deutschland unterstützte mit dem Krankenhaus den Wiederaufbau und die wirtschaftliche Entwicklung Südkoreas. Die Mission sollte nicht nur „einen Teil des Dankes abtragen, den das deutsche dem amerikanischen Volk für die mitmenschliche Hilfe in den ersten Nachkriegsjahren schuldet“, sondern – wenige Jahre nach Ende der NS-Herrschaft – auch dazu beitragen, verlorenes Vertrauen in die im Verlauf der Nürnberger Ärzteprozesse schwer in Misskredit geratene deutsche Ärzteschaft zurückzugewinnen.

In jedem Fall erwuchs aus diesem Einsatz „eine enge Freundschaft zwischen beiden Ländern. Auch die Zusammenarbeit des DRK mit seiner Schwesterngesellschaft endete nicht mit der Rückkehr der Helfer. Bis heute besteht ein reger Austausch […]. Menschlichkeit verbindet – nicht nur über Grenzen, sondern auch über die Zeiten hinweg“ (S. 3), wie DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt in ihrem Vorwort schreibt.

Zu der im DIN-A-4-Format veröffentlichte Schrift, die mit vielen Bildern und Zeitzeugenberichten ein eindrucksvolles und sehr authentisches Bild von der Arbeit des DRK-Krankenhauses in Busan präsentiert, hat Dr. Jong Bum-Goo, der Botschafter der Republik Korea, ein Grußwort beigesteuert, in dem er die deutsche humanitäre Hilfe in Korea als „ein bedeutendes Symbol für die Freundschaft“ (S. 4) zwischen den beiden Ländern betont. Im Hinblick auf die besondere Beziehung zwischen Korea und Deutschland erinnert er zugleich daran, dass in den sechziger und siebziger Jahren mehr als 10.000 koreanische Krankenschwestern nach Deutschland kamen, wo ein Mangel an medizinischen Fachpersonal herrschte.

Neben mehreren Zeitzeugenberichten enthält die Veröffentlichung auch Kurzbeiträge über den Koreakrieg, die Entwicklung von Busan und den Neuanfang der DRK-Auslandshilfe einschließlich einer Darstellung über die heutige Arbeit des Roten Kreuzes in der Republik Korea. Im Hinblick auf die Geschichte der Krankenpflege sind unterdessen die beiden Beiträge „Von Deutschland nach Fernost. Zeitumstände und Lebenswege“ (S. 19-21) und „Hilfe retour. Südkoreanische Krankenschwestern in Deutschland“ (S. 26) hervorzuheben, die von Dr. phil. Hans Christian Bresgott, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am „Historischen Forschungsinstitut Facts & Files“ (Berlin), verfasst wurden.

Während für den Einsatz in Busan die Auswahl der Ärzte das Auswärtigen Amt übernahm, oblag es dem DRK-Generalsekretariat und dem Verband der DRK-Mutterhäuser unter Federführung von Luise von Oertzen (1897-1965), von 1935 bis 1945 Generaloberin der Schwesternschaften vom DRK und von 1952 bis 1961 Präsidentin des Verbands der Mutterhäuser vom DRK, den schwierigen Einsatz von zunächst 25 Schwestern, einschließlich einer Oberin, sorgsam vorzubereiten. Wie der Autor zeigt, hatten viele der ausgesuchten Schwestern den Zweiten Weltkrieg in irgendeiner Form mitgemacht, zum Teil in den militärischen Sanitätseinheiten hinter der Front. Wörtlich hält er hierzu fest:
„Sie hatten, in der Mehrzahl nach 1920 geboren, die Grauen des Krieges als junge Frauen miterlebt; viele waren in den letzten Kriegsjahren ausgebildet worden. Wahrscheinlich speiste sich auch daraus die Motivation, im Namen des Roten Kreuzes einem kriegsgeschundenen Land zu helfen. Die meisten von ihnen besaßen, wie aus den Bewerbungsunterlagen hervorgeht, bereits gut zehn Jahre Berufserfahrung. Sie waren somit einerseits jung genug für einen Langzeiteinsatz im Ausland, hatten aber gleichzeitig bereits ausreichende berufliche Erfahrungen sammeln können“ (S. 21).

Wie Hans Christian Bresgott in seinem Beitrag über den Einsatz südkoreanischer Krankenschwestern in Deutschland zeigt, wurden erste Kontakte nach Deutschland bereits Mitte der sechziger Jahre über christliche Krankenhäuser vermittelt, bevor später auch verschiedene DRK-Schwesternschaften die Hilfe der Koreanerinnen in Anspruch nahmen. Nachdem es im Juli 1971 schließlich zu einem offiziellen Übereinkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Südkorea gekommen war, fanden rund 10.000 Krankenschwestern und Schwesternhelferinnen in Deutschland Arbeit, ehe 1973 im Zuge der Ölkrise der deutsche Anwerbungsstopp in Kraft trat. Hatten noch Mitte der fünfziger Jahre Ärzte und DRK-Schwestern in Busan die professionelle Ausbildung von südkoreanischen Schwestern und Ärzten übernommen, besaß das Land in den sechziger Jahren bereits viele hervorragend ausgebildete Schwestern. Über deren Motivation, in Deutschland zu arbeiten, schreibt der Autor: „Vor allem aufgrund der strengen koreanischen Ausreiseregeln und der hohen Arbeitslosigkeit nahmen zahlreiche dieser gut ausgebildeten Fachkräfte gern die Arbeitsangebote aus dem Ausland an. So entkamen die vorwiegend jungen Frauen der schwierigen Situation im Land und unterstützten mit dem verdienten Geld ihre Familien daheim“ (S. 26).

Mit der Schrift „Hilfe in der Not“ hat das DRK seinen ersten humanitären Auslandseinsatz beziehungsweise sein Wirken in Südkorea vor 60 Jahren eindrucksvoll in Erinnerung gerufen. Wer sich mit dem Thema unterdessen intensiver auseinandersetzen möchte, findet am Ende entsprechende Literaturhinweise. Bleibt nur noch der Hinweis, dass die lesenswerte Publikation beim Generalsekretariat des DRK in Berlin kostenlos per Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! bestellt oder als PDF unter https://www.drk.de/busan heruntergeladen werden kann.

Dr. Hubert Kolling

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