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Who was who in nursing history: APPIA, Louis
APPIA, Louis
Artikel von: Volker Klimpel
Erschienen in Band 5, Seite(n) 12-13.
 

Biographie

Als Kind Schweizer Eltern am 13. Okto­ber 1818 in einem Pfarrhaus im hessi­schen Hanau geboren und auf den Namen Louis Paul Amadé Appia getauft, be­suchte er die Gymna­sien von Frankfurt am Main und Genf. Von 1838 bis zur Promotion 1843 studierte Appia in Heidelberg Medizin und ließ sich anschließend in Frankfurt am Main nieder. Ab 1847 war er kriegschirurgisch tätig, zuerst während des eidgenössischen Sonderbund­krieges, dann 1848 während der Februar­revolution in Frankreich und der Märzrevolu­tion in Deutschland, wo er ausgiebige Erfah­rungen in der Verwundetenversorgung sam­meln konnte. Im Grunde seines Herzens galt Appias spezielles Interesse der Militärmedizin und der Versorgung der Kriegsopfer, auch der zivilen. Seit 1849 praktizierte er als Chirurg in Genf, entwickelte Transportschienen für verletzte Extremitäten und schrieb über die Wundversorgung bei Kriegsverletzungen. Über die Opfer des Sardinischen Befreiungs­krieges erhielt Louis Appia 1859 von seinem Bruder, der Pfarrer in Pinerolo in der Provinz Turin war, ausführlich Kenntnis, was dazu führte, dass er ab Juli 1859 in Feldlazaretten von Turin, Mailand, Brescia und Desenzano del Garda in unmittelbarer Nähe von Jean Henry Dunant (1828-1910)  arbeitete, ohne diesem jedoch schon damals persönlich zu begegnen. Seine Erfahrungen legte Appia in dem 1859 erschienenen Buch „Le chirur­gien ? l´ambulance ou quelques études practi­quées sur les plaies par armes ? feu“ („Der Feldchirurg oder einige praktische Studien über Schussverletzungen“) nieder.

Infolge seines Rufes und seiner Tatkraft wurde Louis Appia, der seit 1860 mit seiner Familie in Genf lebte, 1863 in das „Fünfer-Komitee“ zur Gründung des „Internationalen Komitees der Hilfsgesellschaften für die Verwundetenpflege“ berufen, das 1876 in „Internationales Komitee vom Roten Kreuz“ (IKRK) umbenannt wurde. Die Amerikanerin Clara Barton (1821-1912)  wurde von ihm zur Gründung des Amerikanischen Roten Kreuzes angeregt.

Im Deutsch-Dänischen Krieg von 1864 war Louis Appia zusammen mit dem hollän­dischen Hauptmann Charles van de Velde (1818-1898) der erste Beobachter des IKRK mit der typischen Rote-Kreuz-Armbinde. Er­gebnis dieser Tätigkeit war die Schrift „Les blessés dans le Schleswig pendant la guerre de 1864: rapport présenté au comitéinterna­tional de Gen?ve“. Von 1867 bis 1870 fun­gierte Appia als Sekretär des IKRK in der Nachfolge Dunants. Zusammen mit dem Schweizer Juristen und Mitunterzeichner der Genfer Konvention Gustave Moynier (1826-1910) veröffentlichte er 1867 das Buch „La guerre et la charité. Traité théoritique et prac­tique de philanthrope appliquée aux armées en campagne“. Im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 war er ebenfalls als Dele­gierter des IKRK auf den Schlachtfeldern und in den Lazaretten im Einsatz, unterstützte, nicht zuletzt dank seiner Sprachkenntnisse, auch in Ägypten, Japan und China den Auf­bau der Hilfsorganisationen und setzte sich dafür ein, dass die Rote-Kreuz-Gesellschaften in Friedenszeiten bei Naturkatastrophen, Epi­demien und bei der Versorgung von Flücht­lingen tätig wurden. 1890 erschien in Paris Appias Buch „La solidarité dans le mal et la justice divine“. Sein Ableben erfolgte am 1. Mai 1898 in Genf.


Literatur

Boppe, Roger: L´homme et la guerre. Le Docteur Louis Appia et les débuts des la Croix Rouge. Muhlethaler. Genève 1959.

Neuß, Erich / Pfeifer, Klaus: Die Schlacht bei Langensalza am 27. Juni 1866 und der weltweit erste Einsatz des Roten Kreuzes auf dem Schlachtfeld. Betrachtungen zur Geschichte der Kriegschirurgie unter Zugrundelegung der „Erin­nerungen an den Juni 1866 bei Langensalza“ von Schulrat Looff. Zweite, durchgesehene und verbesserte Auflage. Herausgegeben von Harald Rockstuhl. Verlag Rockstuhl. Bad Langensalza 2007.

www.de.wikipedia.org/wiki/Louis_Appia-35k.

www.redcross.int/en/history/not_appia.asp.

Bildquelle: www.de.wikipedia.org/wiki/Louis_ Appia-35k.

APPIA, Louis

Version vom: 
2014-02-20

Zitation

Volker Klimpel. (Hrsg.): 

Kolling, H., Beitrag von Volker Klimpel, in: Biographisches Lexikon zur Pflegegeschichte. Who was who in Nursing history. Band 5. hpsmedia, 2014. S. 12-13

Onlinezitation

 
Permalink:
www.hpsmedia.info/
care/whowaswhodetail.php?id=4

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