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Who was who in nursing history: ALOYSIUS (Aluigi, Louis) von Gon­zaga
ALOYSIUS (Aluigi, Louis) von Gon­zaga
Artikel von: Hubert Kolling
Erschienen in Band 5, Seite(n) 11-12.
 

Biographie

Aloysius – auch Aluigi oder Louis – von Gonzaga, über Jahrhunderte hinweg bevorzugt als der „engelgleiche Jüng­ling“ oder „Engel in Fleisch“ bezeichnet, wurde am 9. März 1568 in Castiglione delle Stiviere bei Mantua in der Lombardei (in Oberitalien) als das älteste von acht Kin­dern geboren. Seine Eltern hätten unter­schiedlicher wohl kaum sein können. Sein Vater Ferrante (Ferdinand) war Fürst des Heiligen Römischen Reiches und Markgraf von Castiglione sowie Oberbefehlshaber der spanischen Truppen in Italien, der den Wunsch hegte, seinen Sohn ebenfalls das Soldatenhandwerk zu erlernen. Im Gegensatz hierzu stand die Vorstellung seiner christ­lichen Mutter, Martha de Tana Santena, die in ihm den geborenen Geistlichen sah. Bereits im Alter von vier Jahren nahm ihn sein Vater in die Soldatenlager mit, wo er es den Solda­ten in allem gleichzutun suchte – im Singen, Marschieren und Schießen. Der Legende nach schlug ihn eine Kanone, die er heimlich mit Pulver lud und zündete, rückwärts wie tot zu Boden, wodurch sein Lagerleben ein jähes Ende fand. Mit neun Jahren kam Aloysius als Page an den Hof von Florenz in der Toscana, wo er alles lernte, was zu einer standesge­mäßen Erziehung gehörte: vor allem höfi­sches Benehmen und Auftreten sowie klas­sische und moderne Sprachen. Unter den Prinzen und Prinzessinnen, mit denen er ver­kehrte, war auch die spätere Königin von Frankreich, Maria von Medici. Wenngleich man dort alle kirchlichen Vorschriften er­füllte, entsprach dieses Leben nicht den Vor­stellungen von Aloysius. Deshalb legte er mit zehn Jahren, dem Alter nach noch ein Kind, in der Verkündigungskirche in Florenz das Gelübde der Jungfräulichkeit ab. Von Florenz aus ging Aloysius 1579 an den Hof des Her­zogs von Mantua, des Chefs des gesamten Hauses der Gonzaga. Dort, so wird berichtet, habe er bereits seiner Überzeugung Ausdruck gegeben „Es ist besser, Gott zu dienen, als die ganze Welt zu beherrschen.“

Von 1581 bis 1583 hielt er sich als Page mit zweien seiner Brüder in Madrid am Hof Königs Philipps II. von Spanien auf. Am 25. November 1585 fällte Aloysius eine wichtige Entscheidung: das Leben an den Herrscher­höfen hatte ihn wenig beeindruckt; er ver­zichtete nach langem Widerstreben des Vaters auf sein Erbe zu Gunsten seines jüngeren Bruders und trat, im Alter von siebzehn Jah­ren, als Novize bei den Jesuiten – der Gesell­schaft Jesu – in Rom ein. Nun lebte er sechs Jahre lang abwechselnd in Rom, Neapel und Mailand. Ein philosophischer Lehrgang war bald abgeschlossen; noch im Noviziat begann er die theologischen Studien. Nachdem Aloy­sius zwei Jahren in der „Gesellschaft“ zuge­bracht hatte, legte er am 25. November 1787 die einfachen Gelübde der Armut, der Keuschheit und des Gehorsams ab; am 25. Februar 1588 erhielt er dann mit anderen Glaubensbrüdern die Tonsur. Der Fürstensohn war zum armen Ordensmann geworden. Peinlich wachte er darüber, dass er wegen seines Namens und seines Standes nicht im Geringsten bevorzugt wurde. Die Eingewöh­nung fiel ihm zunächst schwer, war er doch bisher auch in geistigen Dingen sein eigener Herr gewesen. Vorbild war ihm die Buß­strenge Bernhards von Clairvaux, dessen Schriften er sehr liebte. Der Überlieferung nach suchte Aloysius immer wieder die Hos­pitäler auf, um die Kranken zu pflegen. Hier­bei machte er ihnen angeblich „das Bett, reichte ihnen die Speise, wusch ihnen die Füße, kehrte ihre Zimmer und ermahnte sie zur Geduld und zu einer gute Beichte.“

Der Winter 1590 / 1591 brachte in Mittel­italien eine schwere Hungersnot und als Folge davon die Pest, der man damals fast hilflos gegenüberstand. Auch die Väter der Gesell­schaft Jesu versahen den Krankendienst in den Spitälern Roms und in einem eigens hier­für eröffneten Spital. Aloysius kämpfte bei seinen Vorgesetzten darum, dass man ihn als Pfleger zu den Pestkranken schickte, um den Kranken persönlich zu dienen. Nach wieder­holtem Bitten wurde seinem Wunsch ent­sprochen. Gewöhnlich sei er „mit den ekel­haftesten Kranken beschäftigt gewesen“, von denen er sich nicht trennen zu können schien. Alsbald hatte Aloysius fast schon Berühmt­heit erlangt, und man sprach überall in Rom von ihm mit größter Ehrfurcht. Er war einer der wenigen, die sich nicht entsetzt und brutal von allen Pestkranken entfernt hielt, sondern zu ihnen ging, um Hilfe zu bringen. Am 3. März 1591 stieß Aloysius auf einen Pestkran­ken, der verlassen auf der offenen Straße lag. Er ging gleich zu ihm, lud ihn auf seine Schultern, brachte ihn ins Krankenhaus Santa Maria della Consolazione und versorgte ihn. In dem dortigen Krankenhaus wurde die Tat durch eine Statue verewigt, die Aloysius dar­stellt, wie er den Kranken auf seinen Schul­tern trägt. Wahrscheinlich war es dieser Lie­besakt, bei dem er sich – nach wochenlanger Pflege – selbst infizierte. Nach dreimona­tigem Krankenlager starb Aloysius im Alter von 23 Jahren am 20. Juni 1591 in Rom. Sein Leib wurde in Rom in Sankt Ignazio, sein Haupt in der Aloysius-Basilika in Castiglione beigesetzt. Schon vierzehn Jahre später, am 21. September 1605, wurde Aloysius von Gonzaga durch Papst Paul V. (1605-1621) selig- und am 31. Dezember 1726 durch Papst Benedikt XIII. (1724-1730) heiliggesprochen. Sein Festtag ist der 21. Juni. Aloysius von Gonzaga gilt als Patron der Jugend und Studenten und wird gegen Pest und Augenlei­den angerufen.


Literatur

Brockmann, Johann H.: Leben des heiligen Aloy­sius. Ein Lese- und Erbauungsbuch für die Ju­gend. Zweite umgearbeitete und verbesserte Auflage. Friedrich Theissing. Münster 1820.

Dammer, Inga / Adam, Birgit: Das große Heili­genlexikon. Patronate, Gedenktage, Leben und Wirken von mehr als 500 Heiligen. Seehamer. Weyarn, Augsburg 1999, Seite 24.

Hümmeler, Hans: Helden und Heilige. Die Ge­schichte ihres wahren Lebens. Dargestellt für jeden Tag des Jahres. Haus Michaelsberg. Siegburg 1961, Seite 308-310.

Liebing, H.: Aloisius von Gonzaga. In: Die Reli­gion in Geschichte und Gegenwart. Handwörter­buch für Theologie und Religionswissenschaft. Dritte, völlig neu bearbeitete Auflage. Herausge­geben von Kurt Galling. Erster Band. J.C.B. Mohr (Paul Siebeck). Tübingen 1957, Seite 245-246.

Melchers, Erna / Melchers, Hans: Das große Buch der Heiligen. Geschichte und Legende im Jah­reslauf. Bearbeitung: Carlo Melchers. Cormoran. München 1996, Seite377-380.

Meschler, Moritz: Leben des hl. Aloysius von Gonzaga. Patrons der christlichen Jugend. Mit drei Bildern. Fünfzehnte und sechzehnte Auf­lage. Herder. Freiburg im Breisgau 1919.

Rathgeber, Alphons: Heiligenlegende. Lebensbil­der edler Menschen und heiliger Gottesfreunde. Dritte Auflage. Deutscher Haus-Buchverlag. Nürnberg 1936, Seite 540-544.

Ross, Ronald: Aloisius. In Rom lauert die Pest. In: Georg Popp (Hrsg.): Die Großen der Kirche. Männer und Frauen der Kirche, die jeder kennen sollte. Sechste Auflage. Arena. Würzburg 1960, Seite 464-468.

Schneider, B[urkhart]: Aloysius von Gonzaga. In: Manns, Peter (Hrsg.): Die Heiligen in ihrer Zeit. Band II. Matthias-Grünewald. Mainz 1966, Seite 230-233.

Schneider, Burkhart: Aloysius von Gonzaga. In: Lexikon für Theologie und Kirche. Begründet von Michael Buchberger. Dritte, völlig neu bearbei­tete Auflage. Herausgegeben von Walter Kas­per. Herder. Freiburg im Breisgau, Basel, Rom, Wien 1993, Seite 426.

Schröder, Friedrich: Das Leben des hl. Aloysius Gonzaga aus der Gesellschaft Jesu. Nach der ältesten italienischen Biographie des P. Virgilio Lepari, ins Deutsche übersetzt und durch einen Nachtrag vervollständigt von Friedrich Schröder. Verlagsanstalt Benziger. Einsiedeln, Waldshut, Köln 1891.

Bildquelle: Meschler, Moritz: Leben des hl. Aloy­sius von Gonzaga. Herdersche Verlagshand­lung. Freiburg im Breisgau 1919, Seite 1.

ALOYSIUS (Aluigi, Louis) von Gon­zaga

Version vom: 
2014-02-20

Zitation

Hubert Kolling. (Hrsg.): 

Kolling, H., Beitrag von Hubert Kolling, in: Biographisches Lexikon zur Pflegegeschichte. Who was who in Nursing history. Band 5. hpsmedia, 2014. S. 11-12

Onlinezitation

 
Permalink:
www.hpsmedia.info/
care/whowaswhodetail.php?id=3

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